Richard Baker übernimmt als CEO bei Saks Global – Neuer Kurs für Galeria-Investor?
Köln/Miami (fn/dpa) – Richard Baker, der umstrittene Miteigentümer der Galeria Karstadt Kaufhof, rückt in der Luxus-Einzelhandelswelt weiter ins Zentrum. Das gestrige Statement von Saks Global bestätigt: Baker, bisher Executive Chairman, übernimmt nun auch die Rolle des CEO. Er ersetzt Marc Metrick, der nach fast 30 Jahren ausscheidet. Baker behält seinen Vorsitz und verspricht „Transformation und Stärkung der Marktposition“.
Immobilienstrategien am Prüfstand
Der 64-jährige New Yorker Immobilienexperte kennt Krisen. Mit NRDC Equity Partners kaufte er 2008 Hudson’s Bay Company (HBC) und 2013 Saks Fifth Avenue – Deals finanziert durch massives Fremdkapital und Immobilien-Verkäufe. Lord & Taylor gelang 2005 ein Erfolg, doch HBC schloss 2024 nach 355 Jahren, Saks rutschte in Zahlungsrückstände bei Lieferanten wie Chanel und Kering. Trotzdem trieb Baker 2024 die 2,7-Milliarden-Übernahme von Neiman Marcus voran, fusionierte zu Saks Global (inkl. Bergdorf Goodman).
Galeria-Übernahmen im Fokus
In Deutschland stieg Baker post-Signa-Krise mit Bernd Beetz bei Galeria ein. Nach mehrmaligen Insolvenzen soll der Konzern nun operativ profitabel sein. Kritiker nennen ihn „Immobilienhai“: Bei Kaufhof 2015 vermietete er Häuser an eigene Firmen mit steigenden Mieten – ein riskantes Modell, das HBC teuer zu stehen kam.
Saks Global und Galeria: eine neue Ära?
„Saks Global steht vor großen Chancen“, sagte Baker. Analysten sehen Potenzial durch Luxus-Boom, warnen aber vor Schuldenbergen. Für Galeria könnte der CEO-Wechsel Impuls geben: Baker plant Expansion. Bleibt die Frage: Rettet der Mann, der Saks und HBC scheitern ließ, diesmal den deutschen Warenhausriesen?
