priwatt gmbh in der Krise: Vorläufige Insolvenz und Fake-Bewertungs-Skandal
Leipzig, 8. Mai 2026 – Das Leipziger Solarunternehmen Priwatt GmbH steht vor dem Aus. Beim Amtsgericht Leipzig wurde am 7. April 2026 ein vorläufiges Insolvenzverfahren über das Vermögen der Firma eröffnet. Bestellt wurde Reinhard Klose von der Kanzlei Flöther & Wissing als vorläufiger Insolvenzverwalter. Ziel: Sicherung der Insolvenzmasse und Schutz der Gläubigerinteressen. Verfügungen über Assets sind nur mit seiner Zustimmung möglich.
Der Antrag kam überraschend nicht vom Management, sondern von einer Krankenkasse, wie Klose gegenüber pv-magazine.de bestätigte. „Ein Insolvenzantrag des Managements wurde bislang nicht gestellt“, so der Verwalter. Die Verkaufsplattform priwatt.de läuft nun unter der nicht insolventen Priwatt Energiesysteme GmbH ab dem 1. April 2026. Kunden mit offenen Bestellungen, Reklamationen oder Rückerstattungen müssen jedoch leer ausgehen – Lieferungen sind gestoppt.
Keine Aussicht auf Fortführung
Priwatt spezialisierte sich auf Stecker-Solar-Geräte und erweiterte sein Portfolio um weitere PV-Komponenten. Doch es gibt keine Aussichten auf eine Fortführung: „Bislang haben sich keine Ansätze für eine Übernahme oder Fortführung abgezeichnet“, erklärte Klose. Er verhandelt mit potenziellen Investoren und dem Geschäftsführer.
Fake-Bewertungen belasten Image
Bereits zuvor hagelte es Kritik: Das Landgericht Düsseldorf bestätigte 2023 eine einstweilige Verfügung gegen Priwatt wegen Fake-Bewertungen auf Proven Expert. Fünf Bewertungen wiesen sprachliche Unstimmigkeiten auf, z. B. ungewöhnliche Formulierungen wie „Stromrechnung nur noch aus dem Minimum“. Das Portal ist deaktiviert; bei Zuwiderhandlungen drohen bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld. Priwatt legte Berufung ein und begründete die Deaktivierung mit Anonymitätsrisiken der Plattform.
Unklare Zukunft auf dem Boom-Markt
Die Entwicklungen werfen Schatten auf den Boom-Markt der Balkonkraftwerke. Kunden fordern nun Klärung zu offenen Ansprüchen. Klose steht im Austausch mit Betroffenen. Ob ein Investor die Marke rettet, bleibt offen.
