HyImpulse feiert Meilenstein: Erfolgreicher Paraffin-Raketenstart ebnet Weg für orbitalen Flug 2027
Heilbronn, 8. Mai 2026 – Die deutsche Raumfahrt-Startup HyImpulse Technologies hat mit ihrem hybriden Raketensystem erneut für Schlagzeilen gesorgt. Nach dem pionierhaften Testflug der SR75 im Mai 2024 aus Australien rückt der Erstflug des orbitalen Lancer SL1 in den Fokus. Experten sehen in der paraffinbasierten Technologie einen Game-Changer für kostengünstigen Zugang zum All.
Die SR75, eine 12 Meter lange Suborbitalrakete, erreichte bei ihrem Jungfernflug („Light this Candle“) aus dem Koonibba-Testgelände eine Apogähe von 50 Kilometern und transportierte 250 kg Nutzlast. Der Start diente der Validierung der HyPLOX-75-Motoren, die Paraffin als Festtreibstoff mit flüssigem Sauerstoff (LOX) kombinieren. „Keine Explosionsrisiken, 40 Prozent geringere Baukosten als konventionelle Systeme“, betont HyImpulse-Gründer Oliver Neumann. Die Rakete landete per Fallschirm und wurde geborgen – ein voller Erfolg.
HyImpulse, 2018 als DLR-Spin-off in Neuenstadt am Kocher gegründet, zielt mit SL1 auf den Mini-Launcher-Markt ab. Die dreistufige Rakete soll bis 2027 Satelliten bis 600 kg in den Low-Earth-Orbit (500 km) bringen, bei Kosten von 4,1 Millionen US-Dollar pro Start (6.830 $/kg). Reusability ist geplant. Finanziert mit über 64 Millionen Euro (u.a. von IABG-Chef Rudolf Schwarz), beschäftigt das Team 65 Mitarbeiter.
Weitere Tests aus Schottland (SaxaVord Spaceport, CAA-Genehmigung 2023) und Pläne für HyMOVE (In-Space-Mobilität bis 400 kg) unterstreichen den Expansionskurs. „Wir machen den LEO-Zugang nachhaltig und wirtschaftlich“, sagt Neumann. Der Sektor boomt: Kleinsatelliten-Markt wächst auf 300 Milliarden Euro jährlich, doch Europa hinkt hinter SpaceX und Co. her.
Kritiker mahnen: Verzögerungen vom angekündigten 2022-Erstflug auf 2027. Doch mit neun erfolgreichen Hotfire-Tests (2023) und internationaler Zulassung positioniert sich HyImpulse als europäischer Hoffnungsträger. Nächster Meilenstein: Qualifikationsflüge 2026. Bleibt nur zu fragen: Wird Paraffin-Wachs die NewSpace-Revolution entzünden?
