Wormland erneut insolvent: Traditionsmarke vor dem Aus

Wormland erneut insolvent: Traditionsmarke vor dem Aus

Die Theo Wormland GmbH, einer der ältesten Herrenausstatter Deutschlands, hat erneut Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Osnabrück eröffnete am Mittwoch das vorläufige Verfahren und bestellte Rechtsanwalt Stephan Michels zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Nur ein Jahr nach dem erfolgreichen Abschluss eines Sanierungsverfahrens droht nun das endgültige Aus für die 1935 gegründete Marke.

Erneute Schieflage trotz Übernahme

Im Januar 2024 meldete Wormland Insolvenz an – bedingt durch explodierende Kosten für Miete, Energie, Personal und Logistik. Trotz leicht steigender Umsätze konnte das Unternehmen die Inflation nicht kompensieren. Im August 2024 schloss das Insolvenzgericht Hannover das Verfahren: Wormland wurde vom Osnabrücker Familienunternehmen Lengermann & Trieschmann (L&T) übernommen, drei Filialen (Nürnberg, Frankfurt, Bremen) geschlossen, 300 Jobs gerettet. Doch die anhaltende Kaufzurückhaltung im Herrenmodenmarkt und hohe Innenstadtmieten zwangen zu neuer Insolvenz im November 2025. „Der Markt leidet unter Druck, Menswear besonders“, erklärte Chief Restructuring Officer Dr. Ralf Napiwotzki.

250 Jobs gefährdet, Filialen vorerst offen

Die neun verbliebenen Stores in acht Städten sowie der Onlineshop laufen zunächst weiter. Die rund 250 Mitarbeiter erhalten drei Monate Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit. Michels startet umgehend einen Investorprozess: „Erste Interessenten haben sich gemeldet – ein gutes Zeichen.“ Allerdings warnen Experten vor strukturellen Defiziten: Fehlende Omnichannel-Strategie und ungelöste Fixkosten belasteten das Modell.

Gescheiterte Rettung und Abwicklung

Neueste Berichte deuten auf Scheitern hin: Der Gläubigerausschuss entschied die Schließung, nur Hannover und Oberhausen dienen dem Abverkauf. „Rettung gescheitert“, titelte die Niedersachsen-Presse. Insolvenzverwalter Michels kündigt Kündigungen an und organisiert die Abwicklung. Interessenten könnten Standorte übernehmen, doch Wormlands Zukunft hängt am seidenen Faden. Der Fall unterstreicht die Krise im stationären Modehandel.