neuer prozess gegen kindesmissbrauchs-fotograf Achim Lippoth: härtere strafe droht
Köln (dpa) – Der international bekannte Kinderfotograf Achim Lippoth (57) steht erneut vor Gericht. Am Landgericht Köln begann diese Woche der Neuauflageprozess zu schweren sexuellen Übergriffen auf minderjährige Jungen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob 2024 Teile des ursprünglichen Urteils auf – nun droht eine verschärfte Haftstrafe.
Lippoth, bekannt für Shootings mit „Vogue“, „New York Times“ und „Stern“, wurde 2022 zu vier Jahren und zehn Monaten verurteilt. Die Kammer sah Missbrauch an drei Jungen (1999–2006) als erwiesen: Übergriffe im US-Wasserpark, FC-Bayern-Hotel und Kölner Whirlpool. Zwei weitere Fälle endeten freisprechend, doch der BGH kritisierte Beweisfehler. Die Revision der Staatsanwaltschaft zielt auf Verurteilung in allen Punkten ab.
karriere und anklagepunkte
„Hochgradig manipulativ“ nannte Richter Peter Sommer Lippoths Vorgehen. Als Spezialist für vorpubertäre Kindermodels suchte er gezielt Kontakt, reiste allein mit Opfern zu Shootings – oft im selben Hotelzimmer. Die Anklage umfasst zwölf Fälle mit sechs Jungen unter 13, plus Kinderpornografie-Besitz. Frühe Anzeigen aus den 90ern wurden ignoriert; Ermittlungen starteten erst 2021.
reaktion der beteiligten
Lippoths Anwälte beantragten Freispruch und legten Revision ein. Nach neun Monaten U-Haft kam er frei. Opfervertreter fordern Gerechtigkeit: „Keine Verschwörung, sondern bewiesene Taten.“
ein industrieerschütternder fall
Das Urteil ist für Ende Mai erwartet. Lippoths Karriere – Gründer von „kid’s wear“, Kunden wie Audi und Nokia – ist zerstört. Der Fall schockiert die Branche und wirft Fragen zu ungezügelten Shootings auf.
