Stickstoffdünger-Verknappung durch Hormus-Blockade: Preise steigen rasant

Stickstoffdünger-Krise: Hormuz-Blockade treibt Preise in die Höhe

Frankfurt (agrarheute) – Der Düngermarkt befindet sich in Aufruhr: Aufgrund der anhaltenden Doppelblockade der Straße von Hormus durch Iran und US-Marine droht deutschen Landwirten ein massiver Stickstoffdünger-Engpass. Zwei Millionen Tonnen Dünger erreichen die Weltmärkte nicht, wie ein ARTE-Bericht enthüllt. Bereits jetzt steigen die Preise rasant – Harnstoff (46 % N) kostet 768 Euro/Tonne (+84 Euro zum Vormonat), Kalkammonsalpeter (27 % N) 453 Euro/Tonne (+27 Euro), meldet agrarheute vom 7. Mai 2026.

Der Irankrieg verschärft die Lage dramatisch. Etwa 30 Prozent der globalen Düngerexporte passierten früher die Meerenge, dazu 20 Prozent des Flüssigerdgases für die Produktion. In Katar steht der weltgrößte Harnstoffhersteller still, seit März kein Betrieb. „Die Preissprünge treffen uns hart“, warnt Landwirt Gernot Lindemann-Berk gegenüber Handelsblatt. Im Vergleich zum Ukraine-Krieg 2022 fehlen diesmal hohe Getreidepreise zur Abdeckung – Erträge bei Roggen, Mais und Soja drohen zu sinken.

In Deutschland ist der Selbstversorgungsgrad bei 75 Prozent hoch, doch höhere Erdgaspreise verteuern die Industrieproduktion. Die LWK Rheinland-Pfalz berichtet: Stickstoffdünger werden nur verhalten geordert, der Handel reduziert Angebote. Trockenheit verzögerte die zweite Gabe, nun fördert Regen die dritte – bei knappen Vorräten. Für 2026/27 warnen Experten vor hohen Startpreisen, da Lager leer laufen.

Umweltlich sinkt der Mineraldüngereinsatz durch Preise und Vorgaben (max. 170 kg N/ha organisch), der Stickstoffüberschuss nähert sich Zielen. Doch die UN und WTO alarmieren: Eine Nahrungsmittelkrise lauert. Landwirte sollten Aktionen nutzen, mahnt IVA-Vize Fleischmann. Yara steigert Gewinne, während Bauern unter Druck geraten. Ohne schnelle Entspannung droht ein Dünger-Desaster.