Anne Lemcke führt Ankerkraut in die Unabhängigkeit zurück

Anne und Stefan Lemcke holen Ankerkraut zurück: Ein Neuanfang nach der Nestlé-Übernahme

Hamburg (dpa) – Die Gründer des bekannten Gewürzunternehmens Ankerkraut, Anne und Stefan Lemcke, haben die Firma erfolgreich von Nestlé zurückerworben. Nach einer Phase von vier Jahren unter der Verwaltung des Schweizer Konzernriesen kehrt die Marke zu ihren Ursprüngen zurück. Beide Parteien einigten sich einvernehmlich auf die Modalitäten der Transaktion, die Details jedoch bleiben vertraulich, wie die Lemckes der Deutschen Presse-Agentur bekanntgaben.

Shitstorm und Kritik: Herausforderungen nach der Übernahme

Die Kaufentscheidung durch Nestlé im Jahr 2022 führte zu erheblichen negativen Reaktionen. Insbesondere in den sozialen Medien sowie von den treuen Anhängern der Marke kam es zu Protesten. Kritisiert wurde hauptsächlich, dass die Lemckes die unabhängigen Werte eines Start-ups kompromittiert hätten. Auch namhafte Influencer wandten sich von Ankerkraut ab und das Image des Unternehmens litt stark. „Wir haben auf die Kritik gehört und handeln nun“, verkündete Anne Lemcke. Der neue Fokus liege auf Qualität und der Nähe zu den Kunden.

Von der Fernsehshow zur Eigenständigkeit

Ankerkraut wurde 2013 von Stefan Lemcke gegründet, wobei Anne nach ihrer Zeit in der Musik-PR schnell mit einstieg. Bekanntheit erlangte das Unternehmen durch das Fernsehformat „Die Höhle der Löwen“, wo Investor Frank Thelen eine bedeutende Summe von 300.000 Euro in Tausch gegen 20 Prozent der Anteile investierte. Heute ist die Marke in rund 4.000 Filialen vertreten. Mit dem Ausstieg bei Nestlé hoffen die Lemckes auf die Wiederherstellung früherer Erfolge. „Wir sind mehrfache Millionäre und müssten nicht mehr arbeiten, doch wir wollen es“, bemerkte Stefan Lemcke vor kurzem.

Ein Comeback, das die Weichen neu stellt

Genau zehn Jahre nach ihrer Teilnahme kehren die Lemckes als Gastinvestoren in die Show bei VOX zurück. Optisch transformiert durch diszipliniertes Training und Ernährung investierten sie erneut gemeinsam mit Frank Thelen in innovative Start-ups. Der Rückkauf markiert den Beginn eines frischen Kapitels: „Ankerkraut bleibt familiengeführt“, versicherte Anne Lemcke. Analysten erkennen große Chancen in der wachsenden Premium-Gewürzbranche.

Ein Schritt in die richtige Richtung mit ungewissem Ausgang

Die Entscheidung, das Unternehmen unabhängig weiterzuführen, stieß auf positive Resonanz bei den Kritikern: „Endlich wieder authentisch.“ Ob dieser Imagewandel nachhaltig ist, bleibt abzuwarten. Ankerkraut plant derweil, das Online-Angebot zu erweitern und neue Produktmischungen zu entwickeln. Für die Lemckes, die in Hanstedt mit zwei Kindern leben, ist der Neustart ein Erlebnis voller Risiko – und Leidenschaft.