BVL widerruft Zulassung von Roundup PowerFlex: Glyphosat-Debatte spitzt sich zu

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bvl widerruft zulassung von roundup powerflex: glyphosat-kampf eskaliert

Berlin (26.11.2024) – Ein Meilenstein im Glyphosat-Streit: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat am 13. November 2024 die Zulassung des beliebten Herbizids Roundup PowerFlex (Zul.-Nr. 006149-00) aus formalen Gründen widerrufen. Das Mittel mit 480 g/l Glyphosat als Kaliumsalz darf nicht mehr neu zugelassen werden; das Ende gilt ab 16. November 2024. Betroffen ist auch die Vertriebserweiterung Tender GB Forte (006149-60). Abverkaufs- und Aufbrauchfrist laufen bis 16. Mai 2025.

Der Schritt folgt auf eine Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) vom Juli 2023, unterstützt von foodwatch. „Es ist das erste Mal, dass das BVL aufgrund einer Umweltklage eine Glyphosat-Zulassung beendet“, freut sich DUH. Die Organisation kritisierte Lücken in der Risikobewertung: Fehlende Daten zu Biodiversitätsverlusten, Gewässergefährdung (H411: chronisch toxisch für Wasserorganismen) und Gesundheitsrisiken. Glyphosat zerstört Wildpflanzen, hungert Insekten und Vögel aus – ein Schlag gegen die Artenvielfalt.

Roundup PowerFlex, von Bayer CropScience (ehemals Monsanto), war ein Top-Produkt für Ackerbau, Grünland, Obst- und Weinbau. Es bekämpft ein- und zweikeimblättrige Unkräuter systemisch über grüne Pflanzenteile, ist bienensicher (B4) und regenfest nach einer Stunde. Bayer plant Nachfolger wie Roundup Future ab Januar 2025 und sieht den Widerruf nicht als Überraschung. Juristisch wird nicht geklagt.

Umweltgruppen jubeln: „Die formale Begründung tarnt zwingende Umweltrisiken“, sagt DUH. Landwirte lamentieren Flexibilitätsverlust – das Mittel erlaubte Einsätze bis -4 °C und verkürzte Umbruchzeiten auf zwei Tage. Der Widerruf passt in die EU-Debatte um Glyphosat-Verlängerung. Bis 2025 bleiben Alternativen verfügbar, doch der Druck auf Bayer wächst. Weitere Klagen drohen.

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