Danone schließt Ochsenfurter Werk bis 2026 und streicht 230 Stellen

Danone schließt Werk in Ochsenfurt und gefährdet 230 Arbeitsplätze bis Ende 2026

Ochsenfurt/München (dmn) – Der renommierte Lebensmittelkonzern Danone hat angekündigt, sein Milchwerk in Ochsenfurt bei Würzburg bis Ende 2026 zu schließen. Die Produktion von Joghurt und Desserts wird im vierten Quartal 2026 eingestellt, was rund 230 Mitarbeiter vor große Herausforderungen stellt. Ein Sprecher des Unternehmens, Stefan Stohl, bestätigte, dass das Werk, das seit 1972 in Betrieb ist, im Jahr 2025 nur noch einen Ausstoß von 63.000 Tonnen erreichte – die Hälfte des Produktionsvolumens von 2019.

Ursachen: Hohe Produktionskosten und rückläufige Nachfrage

Danone gibt an, dass Veränderungen im Konsumverhalten, eine geringere Auslastung und Produktionskosten, die 50 Prozent über dem EU-Durchschnitt anderer Werke liegen, die Schließung notwendig machen. Trotz vergangener Investitionen, wie die Einführung einer flexiblen Produktionslinie im Jahr 2021 zur Abwicklung sowohl von Milch- als auch pflanzlichen Produkten, war eine langfristige Wettbewerbsstabilität nicht wiederherzustellen. „Ein harter Schlag für die Belegschaft“, kommentierte der Gewerkschafter Ibo Ocak von der NGG. Der Betriebsrat zeigte sich schockiert über die Entscheidung.

Umschulungen und ein geplanter Sozialplan

Als Teil des Umstrukturierungsprozesses bietet Danone den betroffenen Mitarbeitern Arbeitsplätze im Werk Fulda an, das rund 600 Mitarbeiter beschäftigt und auf Säuglingsnahrung spezialisiert ist. Dieser Schritt umfasst auch Umschulungsprogramme. Gleichzeitig wird mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan verhandelt. Die Region wird zudem mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit und einer Beratungsfirma bei der Bewältigung der Folgen unterstützt. Der Landrat Thomas Eberth von der CSU bezeichnete die Nachricht als „eine Katastrophe“ und arrangierte einen runden Tisch, um mit Politik, Gewerkschaften und lokalen Unternehmen gemeinsam zu beraten.

Neue strategische Ausrichtungen unter „Renew Danone“

Im Rahmen der „Renew Danone“-Initiative wird der Konzern seine Kapazitäten in das Werk Fulda verlagern, welches nun bedeutende Investitionen in hochspezialisierte Produkte erhält. Dieses Vorgehen zielt darauf ab, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens im deutschen Markt zu sichern. Gleichzeitig sind regionale Lieferanten und Logistikpartner in Alarmbereitschaft, da auch die etwa 70 Milchviehbetriebe in der Region von den Veränderungen betroffen sein könnten.

Protest und Mobilisation in der Region

Im Angesicht dieser betrüblichen Entwicklungen planen Belegschaft und Bürger Kundgebungen und Demonstrationen. Die Gewerkschaft NGG fordert, dass Danone alternative Lösungen in Betracht zieht. Obwohl Danone die Entscheidung bedauert, unterstreicht das Unternehmen die Notwendigkeit der Maßnahme für die zukünftige Sicherheit des Konzerns. Eine wichtige offene Frage bleibt jedoch: Wer wird die Halle in Ochsenfurt übernehmen? Die Region ist auf der Suche nach potenziellen Lösungen und Optionen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu mildern.