Flüssigerdgas: Iran-Konflikt verschärft Versorgungslage in Europa

Neue LNG-Blase platzt: Iran-Krieg verschärft Engpässe in Europa

Berlin. Der Weltmarkt für Flüssigerdgas (LNG) gerät durch den eskalierten Iran-Krieg ins Wanken. Wie die MOPO berichtet, sind Produktion und Schiffsversorgung massiv gestört – mit direkten Folgen für Deutschlands Terminals. Experten warnen: Die Konkurrenz um LNG könnte sich dramatisch verschärfen, während eine Überversorgung in anderen Regionen die Preise drückt.

LNG, verflüssigtes Erdgas bei minus 162 Grad Celsius, ist seit dem Ukraine-Krieg 2022 EU-Retter gegen russische Pipeline-Abhängigkeit. 2025 importierte die EU erstmals mehr LNG als Rohrgas. USA und Katar decken über die Hälfte ab. Doch der Iran-Konflikt blockiert Routen im Persischen Golf, wo 20 Prozent globaler LNG-Exporte starten. Deutsche Häfen wie Wilhelmshaven melden Verzögerungen, Preise steigen um 15 Prozent.

Klimakritik lauert: Eine US-Studie nennt LNG bis zu 274 Prozent schädlicher als Kohle durch Fracking-Methanlecks. Robert Howarths Forschung plädiert sogar für temporäre Kohle-Nutzung. In Deutschland pumpt Wirtschaftsminister Habeck Milliarden in Terminals – trotz CO₂-Belastung. Die EU plant ab April russisches LNG schrittweise auszuphasen, doch Alternativen wie Norwegen reichen nicht.

Aktuell droht die „LNG-Blase“ zu platzen: Massives Überangebot in Asien kollidiert mit europäischen Engpässen. Für den Winter 2026/27 sichert die Bundesregierung Vorräte, doch Experten fordern Diversifikation zu Bio-LNG. „LNG ist Brücke, kein Ziel“, mahnt DVGW. Verbraucher spüren steigende Heizkosten – bis zu 10 Prozent des DE-Gasverbrauchs stammt aus LNG.

Trotz Vorteilen (hohe Energiedichte, Schiffstransport) bleibt LNG fossil: 98 Prozent Methan, aber Methanlecks machen es klimaschädlich. Liqvis wirbt LNG als „Diesel-Alternative“ für LKW (geringer CO₂, kein Feinstaub). Dennoch: Ohne geopolitische Stabilität und E-Wende-Beschleunigung droht Europa Versorgungskrise. Neue Terminals bauen Vertrauen auf – doch der Iran-Krieg zeigt: Fossile Abhängigkeit ist riskant.