Die Zahl der Milliardäre unter 30 nimmt zu
Berlin (dpa) – Johannes von Baumbach, der 20-jährige deutsche Erbe des Pharmariesen Boehringer Ingelheim, hat sein Vermögen weiter ausgebaut. Laut der neuesten Forbes-Liste vom Frühjahr 2026, schätzt das Magazin seinen Reichtum auf 6,6 Milliarden US-Dollar – ein Plus gegenüber den 5,4 Milliarden des Vorjahres. Damit rutschte der junge Baumbach zwar vom Spitzenplatz als jüngster Milliardär der Welt (2025) auf Rang 2 unter den Superreichen unter 30, bleibt aber mit Abstand reicher als die neue Nummer 1, eine 20-jährige Brasilianerin.
Der Ursprung des Vermögens und familieninterne Struktur
Der Grundstein des Vermögens wurde vor über 200 Jahren von Baumbachs Urururgroßvater Christian Friedrich Boehringer (1791–1877) gelegt, der den Konzern in Ingelheim gründete. Heute ist Boehringer Ingelheim einer der größten privaten Pharmaproduzenten weltweit mit Fokus auf COPD-, Diabetes- und Blutgerinnungsmedikamente. Johannes erhielt kurz nach seinem 18. Geburtstag Anteile an der Muttergesellschaft C.H. Boehringer Sohn AG & Co. KG – einer von 15 Kommanditisten mit je 10.000 Euro Einlage. Die Familie hält den Konzern vollständig über eine Holdingstruktur, geleitet von Onkel Hubertus von Baumbach.
Die Herausforderungen der Anonymität
Gemeinsam mit Geschwistern Katharina, Maximilian und Franz zählt Johannes zu den prominentesten Erben. Die Familie wehrt sich juristisch erfolgreich gegen Offenlegung in deutschen Reichenlisten wie dem Manager Magazin – ein geschätztes Gesamtvermögen von 75 Milliarden Euro würde sie an die Spitze katapultieren.
Seltenheit der öffentlichen Auftritte
Öffentlichkeit meidet der Wettkampfskifahrer aus Österreich konsequent: Kein Foto, keine Interviews. Forbes notiert ihn auf Platz 650–657 der globalen Milliardärsliste. Trotz des Ranking-Rückschlags profitiert Baumbach vom Boom des Familienunternehmens, das 2025 Rekordumsätze meldete.
Symbol für diskreten Reichtum
Experten sehen in solchen Erbfällen ein Modell für langlebigen Familienkapitalismus. „Von Baumbach symbolisiert diskrete, nachhaltige Reichtumserhaltung“, sagt Wirtschaftsanalystin Lena Müller. Die Liste unterstreicht: Erbe schlägt Selbstmacher – nur einer der Top 10 jüngsten Milliardäre hat es „allein“ geschafft.
