BayWa-Straubing in der Krise: Baumarkt-Schließung und Milliardenverluste erschüttern Region
Straubing, 8. Mai 2026 – Die BayWa in Straubing steht vor dem Aus: Mitarbeiter des lokalen Baumarkts haben die Schließung verdaut und kritisieren die „unmenschliche Vorgehensweise“ des Mutterkonzerns. „Wir haben den Standort nicht attraktiv genug machen können“, klagt ein Betroffener gegenüber der Idowa. Der Straubinger BayWa-Baumarkt, ein fester Bestandteil der Region, fällt dem massiven Sparkurs zum Opfer.
Der Münchner Mischkonzern BayWa ringt mit dramatischen Finanzproblemen. Für 2024 rechnet das Unternehmen mit einem Verlust von 1,6 Milliarden Euro – hauptsächlich durch Fehlschläge im Ökostromhandel. Die Schuldenlast beläuft sich auf rund fünf Milliarden Euro. Trotz des roten Zahlen läuft die Sanierung planmäßig: „Der Verlust war erwartet“, hieß es vom Vorstand.
Schuldenabbau durch Verkäufe
Ein Lichtblick: BayWa tilgt 650 Millionen Euro Schulden mit dem Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra an First Dutch. Der Deal umfasst 125 Millionen Euro Plus-Entlastung durch interne Kredite. Zusammen mit dem RWA-Verkauf in Österreich sinkt die Last um 1,1 Milliarden Euro. Die Sanierung soll bis 2028 dauern, inklusive Stellenabbau – „sozialverträglich“, verspricht der Konzern. Im Bau-Segment droht Kurzarbeit.
Auswirkungen auf Straubing
In Straubing bleibt die BayWa AG (Baustoffe und Agrar) am Hafen aktiv: Als Vollsortimenter für Landwirte bietet sie Betriebsmittel und Beratung. Doch der Baumarkt-Verlust trifft hart. Mitarbeiter fürchten Jobverluste, während der Konzern Neubauten wie in Pocking ankündigt. „BayWa vor Ort“ – so wirbt das Unternehmen, doch die Krise überschattet die Region.
Zukunft ungewiss
BayWas Pressestelle (Dr. Frank Herkenhoff) betont Kontinuität. Analysten sehen den ersten Verlust seit 2023 (93,4 Mio. €) als Warnsignal. Für Straubing stellt sich die Frage: Bleibt der Standort straffrei? Die Sanierungspläne laufen, doch die Stimmung ist düster.
