Mannsschild-Population in Deutschland vom Aussterben bedroht

Alarmierender Bestandsrückgang: Nördlicher Mannsschild vor dem Aussterben in Deutschland

KIT-Forscher warnen: Nur noch Maindreieck-Vorkommen halten sich – Erhaltungskulturen als letzte Hoffnung

Frankfurt/Main, 8. Mai 2026 – Der Nördliche Mannsschild (Androsace septentrionalis), eine der seltensten Primelgewächse Deutschlands, kämpft ums Überleben. Laut aktuellen Roten-Listen-Erhebungen (Metzing et al. 2018, unverändert 2026) ist die Art in Kategorie 1 „vom Aussterben bedroht“. Frühere Populationen in Hessen, Baden-Württemberg und anderen Ländern sind erloschen; nur isolierte Vorposten im Maindreieck bei Bayern überdauern.

„Die Bestände schrumpfen dramatisch durch Intensivlandwirtschaft und Klimawandel“, erklärt Dr. Anna Berger vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Seit 2006 pflegt der Botanische Garten KIT eine Erhaltungskultur, die jährlich Tausende Samen produziert. „Ohne Intervention wäre die Art hierzulande ausgestorben“, betont Berger. Die zierliche, einjährige Pflanze mit doldigen, weiß-rosafarbenen Blüten (April-Juni, 5-15 cm hoch) bevorzugt sonnige, trockene Steinfluren – Habitate, die rar werden.

In Österreich gilt sie ebenfalls „vom Aussterben bedroht“, in der Schweiz nur im Wallis und Engadin nachweisbar. Global ist A. septentrionalis auf der Nordhalbkugel verbreitet, doch mitteleuropäische Populationen isolieren sich. Gärtner entdecken Potenzial: Sorten wie ‚Star Dust‘ oder Verwandte (A. mucronifolia) boomen in Gartencentern – polsterbildend, frosthart bis -34 °C, ideal für Alpinbeete.

Naturschützer fordern nun Schutzmaßnahmen: „Mehr Flachlandbrachen und Saatgut-Ausbringung sind essenziell“, mahnt die NABU. Das KIT plant 2026 Kooperationen mit Baumschulen für Wildsaat. Bislang keine Erfolgsmeldungen aus dem Maindreieck – ein Weckruf für Biodiversität.

Die Fakten sprechen für sich: Die Zukunft ist jetzt gefordert

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