Schweineproduktion in Deutschland: Bestandsanstieg trotz Betriebsschwund

neue zahlen: schweinebestand in deutschland leicht gestiegen – betriebe schrumpfen weiter

Wiesbaden (fn/dpa) – Der Schweinebestand in Deutschland ist zum Stichtag 3. November 2025 leicht angestiegen, während die Zahl der haltenden Betriebe erneut sinkt. Laut vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts (Destatis) werden 21,5 Millionen Schweine von nur noch 15.220 Betrieben gehalten. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Bestand um 0,9 Prozent (+196.300 Tiere), gegenüber Mai 2025 sogar um 2,8 Prozent (+575.800 Tiere). Die Betriebszahl fiel jedoch um 2,7 Prozent (-430), im Zehnjahresvergleich um satte 40,8 Prozent.

Die Branche steht unter Druck: Seit 2010 haben sich schweinehaltende Betriebe halbiert, Sauenhalter verloren 70 Prozent. Gründe sind hohe Investitionskosten für Tierwohl-Umrüstungen wie Kastenstandsverbote bis 2029, Düngeverordnung und steigende Betriebsausgaben. „Ohne Förderung verlieren wir Ferkelproduktion an EU-Nachbarn“, warnt Experte Dr. Torsten Staack. Gleichzeitig verschiebt sich die Haltung: 96 Prozent der 27,8 Millionen Plätze sind Spaltenböden, doch Mastplätze in Auslauf- und Bio-Ställen könnten auf 12 Prozent wachsen.

Trotz Krise bleibt Schweinefleisch zentral: Deutschland mästet 18,3 Prozent der EU-Schweine, Produktionswert 8,4 Milliarden Euro. Exportdruck durch China-Strafzölle und schwache EU-Nachfrage belastet. Landwirte melden bis zu 20 Euro Verlust pro Mastschwein. Die neue Bundesregierung muss handeln, fordern Verbände – Investitionsförderung könnte den Ausstieg bremsen.